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Komplexmittel
Bitte lesen Sie zum besseren Verständnis über die Wirkungsweise homöopathischer Medikamente.
Ein Komplexmittel heißt so, weil es bis zu dreißig (!) und mehr verschiedene homöopathische Mittel in niedrigen Potenzen enthält. Solche Mischungen werden Einzelsymptom-bezogen verschrieben oder direkt in der Apotheke verkauft, z.B. gegen bestimmte Wechseljahresbeschwerden.
Darin sind eine Reihe von homöopathischen Mitteln enthalten, von denen bekannt ist, daß sie u.a. gegen solche Beschwerden wirksam sind.
Die Komplexmittel ersparen dem Verschreiber scheinbar viel Arbeit.
Homöopathische Befragung, Gewichtung und Auswertung der Symptome fallen weg, die Konstitution des Patienten wird außer acht gelassen. Dabei ist doch die Konstitution das wichtigste Auswahlkriterium für ein Mittel.
Komplexmittel sind sehr problematisch:
Der Patient/Konsument setzt sich vielen Kunstkrankheiten gleichzeitig aus.
Dies ist eine nicht unerhebliche Belastung, die der Körper verarbeiten muß. Hinzu kommt die dazu empfohlene Einnahmefrequenz von ca dreimal täglich.
Dabei kann schon eine niedrige Potenz, einmal eingenommen, ihre volle Wirkung u.U. erst nach Wochen erreichen.
Die verschiedenen Mittel reagieren untereinander: Teilweise löschen oder unterdrücken sie ihre Wirkung gegenseitig, zum Teil vertragen sie sich nicht, was während der Einnahmezeit unangenehme Nebenwirkungen zur Folge haben kann, deren wahrer Ursprung weder der Behandler noch der Patient deuten kann.
Das Komplexmittel kann Ihre Beschwerden lindern oder sogar vorübergehend zum Verschwinden bringen. Da sich die Mittel gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen und zudem die Potenzen (glücklicherweise!) niedrig sind, läßt in der Regel der helfende Effekt bei chronischen Beschwerden nach, sobald die Mischung abgesetzt wird.
Je länger der Patient die Mischung einnimmt, desto deutlicher machen sich andere Kunstkranheitssymptome, die auch noch zu den komplexen Mittelbildern gehören, körperlich und psychisch bemerkbar.
Die erwünschten Kunstkrankheitssymptome der verschiedenen Mittel decken die eigentlichen Beschwerden nicht genau genug ab. Die ursprünglichen, vom Patienten kommenden Symptome werden nur "überdeckelt".
Der Selbstheilungs-erregende Effekt auf den Körper bleibt aus. Wird das Komplexmittel über mehrere Wochen oder länger täglich eingenommen, besteht die Gefahr, daß durch diese "Unterdrückung" die ursprünglichen Symptome dauerhaft verändern werden, ohne das eine Verbesserung der Situation erreicht wird.
Ab hier wird es schwer bis unmöglich, das richtige Heilmittel zu finden.
Eine dauerhafte Unterdrückung, sei es durch Homöopathika oder durch andere Anwendungen, kann zu einer Verschiebung des Krankheitsbildes führen. Was vorher ein Hautausschlag war, kann durch Unterdrückung (Salben, mineralische Anwendungen) zu Asthma oder einer Colitis werden. Eine arthritische Beschwerde kann nach innen gehen und eine Nierenbeckenentzündung hervorrufen. Die Entfernung einer Krampfader kann chronischen Druckkopfschmerz oder Tinnitus verursachen.
Die Liste läßt sich fast unendlich fortführen.
Allen Verschiebungen, die durch Unterdrückung verursacht werden, ist gemeinsam, daß sie die Situation des Patienten verschlechtern.
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